Radfahrer mit Helm kommen bei Unfällen vergleichsweise glimpflich davon: Sie erleiden deutlich weniger schwere Kopfverletzungen als helmlose Radler.

Nichts neues, aber endlich konkrete Zahlen!

Entsprechende Zahlen legten amerikanische Forscher der Universität Arizona am Donnerstag auf einem Chirurgenkongress in Chicago vor. Ihre Auswertung der Daten von mehr als 6.200 Patienten, die nach einem Fahrradunfall ein Gehirntrauma erlitten, zeigt: Bei den Helmträgern ist das Risiko für schwere Hirntraumata und auch für einen tödlichen Ausgang des Unfalls um etwa 60 Prozent geringer.

Einführung

Es ist allgemein bekannt, dass Radhelme das Risiko eines Gehirntraumatas bei Unfällen mit Fahrradfahrern reduzieren. Die Forscher stellten sich die Frage, inwieweit bei Unfällen, bei denen es zu Kopfverletzungen gekommen ist, tatsächlich ein Schutz vorhanden war. Dies sollte mit Hilfe der Untersuchung ermittelt werden.

Untersuchungsmethode

Die Forscher analysierten die Daten der Nationalen Traumadatenbank aus dem Jahr 2012 und abstrahierten die Daten von allen Patienten mit einer intrakraniellen Blutung nach Fahrradunfällen. Mit Hilfe dieser Daten wurde eine Regressionsanalyse durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen der Schwere der traumatischen Hirnverletzungen, der Gesichtsfrakturen, der Mortalität und Helmpflicht zu bestimmen.

Ergebnisse

Insgesamt wurden die Daten von 6.267 Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen nach Fahrradunfällen eingeschlossen. Das Durchschnittsalter lag bei 34 plus/minus 21 Jahren. 1.573 (25,1%) der Fahrradfahrer trugen beim Unfall einen Helm.

Insgesamt hatten 52,4% der Patienten schwere traumatische Hirnverletzung, und die Mortalitätsrate betrug 2,8%. Unter Berücksichtigung möglicher Störfaktoren hatten behelmte Radfahrer in 58% der Unfälle weniger schwere traumatische Hirnverletzungen. Die Sterberate reduzierte sich um 59%. Der Helm reduziert auch die Chancen der Kraniotomie (Eröffnung des knöchernen Schädels) um 61% und Gesichtsfrakturen um 26%.

Fazit der Studie

Bei Patienten, die eine Hirnverletzung nach einem Fahrradunfall hatten, haben behelmte Radfahrer deutlich geringere Verletzungen und ebenfalls lag die Sterbequote viel geringer. Angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Radfahrer ohne Helm unterwegs waren, sollten die sich Verletzungspräventionsprogramme auf die Erhöhung des Einsatzes von Helmen konzentrieren.

Quellen:
www.facs.org
www.facs.org/abstract

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