Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) war auch wieder in 2016 aktiv fragte insgesamt 7.000 Personen, ob und wo sie ihren Fahrradhelm tragen. Insgesamt trug jeder 2. Radfahrer einen Helm. Gegenüber dem Vorjahr stieg damit die Tragquote erneut an.

Verursacht wurde der Anstieg jedoch allein durch die Alterklasse der 30- bis 44-Jährigen. In allen anderen Alterklassen war das Ergebnis nahezu identisch wie im Vorjahr. Die Jüngsten tragen nach wie vor am häufigsten den Velohelm. Problematisch bleibt die Alterklasse der 15- bis 29-Jährigen: Diese weisen seit Jahren die niedrigste Traqquote auf. Vermutlich achtete diese Altersgruppe mehr auf ihr Haar als auf den gesamten Kopf.

Die Helmtragequote nach Fahrzweck

Die Rangfolge der Helmtragquoten nach Fahrzweck ist auch im Jahr 2016 gleich geblieben: Am häufigsten wird der Helm bei Freizeitfahrten getragen, deutlich weniger häufig bei Einkaufsfahrten oder auf dem Arbeitsweg. Die Schweizer tragen bfu-Erhebung 2016 zeigt leicht steigende Tragquoten

Erhebungsmethode zur Helmtragequote

Die Erhebung der Fahrradhelm-Tragquoten wird jährlich in den Monaten April und Mai durch geschultes Personal der bfu durchgeführt. An insgesamt 67 Zählstellen in der ganzen Schweiz werden mehr als 7000 Radfahrende erfasst. Man unterscheidet 4 Fahrzwecke: Arbeit, Einkauf, Schule, Freizeit. Neben der Helmnutzung, dem Fahrzweck und der Region werden zusätzlich der benutzte Fahrradtyp, das Alter und das Geschlecht erhoben. Für die Berechnung der Tragquoten werden sowohl die Bevölkerungszahlen in den Schweizer Sprachregionen
als auch die Fahrleistungen nach Fahrzweck berücksichtigt.

Konkrete Zahlen zur Helmtraequote

Die Zählung 2016 der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigt leicht steigende Werte: 49 Prozent der Velofahrer tragen auf freiwilliger Basis einen Helm, bei den Kindern sind es 69 Prozent. Und bei den schnellen E-Bikes beträgt sie vier Jahre nach Einführung des Obligatoriums erst 86 Prozent.

Mit 49 % fällt die Helmtragquote der Radfahrenden etwas höher aus als im Vorjahr, in dem 47 % verzeichnet wurden (2014: 43 %). Zu diesem Anstieg haben beide Geschlechter beigetragen, wobei die Tragquote bei den Männern (52 %) immer noch deutlich höher liegt als bei den Frauen (46 %).

Bei den Kindern bis 14 Jahre ist die Tragquote 2016 auf 69 % gestiegen. Damit liegt die Quote nach einem unerfreulichen Rückgang – insbesondere in den Jahren 2013 und 2014 – wieder auf dem Stand von 2010. Kinder sind beim Velofahren einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt, weil ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten noch nicht voll entwickelt und sie im Verkehr noch ungeübt sind. Daher ist es für sie besonders wichtig, den Kopf zu schützen. Die bfu wird sich weiterhin für spezifische Sensibilisierungsmassnahmen zugunsten von Eltern, Schulen und Vereinen engagieren. Zudem können kommunale Behörden vorschreiben, auf dem Schulweg einen Velohelm zu tragen.

Seit dem 1. Juli 2012 ist das Tragen eines Velohelms beim Fahren schneller E-Bikes (mit einer Tretunterstützung von 25 bis 45 km/h) obligatorisch. Heute liegt die beobachtete Tragquote bei dieser Fahrzeugkategorie bei unbefriedigenden 86 %.

Bei den langsameren E-Bikes, die sich nicht zuletzt bei älteren Personen einer immer grösseren Beliebtheit erfreuen, liegt die Tragquote bei 60 % (2015: 67 %). Hier empfiehlt der Bundesrat in Übereinstimmung mit der bfu, aus Sicherheitsgründen ebenfalls immer einen Velohelm gemäss der Norm EN 1078 (=Standardradhelm) zu tragen.

Da der Nutzen des Velohelms für die Sicherheit wissenschaftlich belegt ist, wird die bfu weiterhin Präventionsaktionen zur Förderung des freiwilligen und richtigen Helmtragens führen. Nur wenn der Velohelm korrekt sitzt, reduziert er das Risiko schwerer Kopfverletzungen: Zwei Fingerbreit über der Nasenwurzel, Seitenbänder gleich satt, zwischen Kinn und Band Platz für einen Finger.

Quellen:

bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung

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