An dieser Stelle wollen wir Euch die spannende Idee eines recyclelbaren Fahrradhelmes vorstellen. Was den Helm und die Idee dahinter so besonders macht, erklärt uns die Designerin Rebekka Müller (Gründerin von TORUX) im Interview.

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Rebekka Müller

Wie bist Du auf die Idee des Helmkonzeptes gekommen?

Ich wollte einen nachhaltigen Fahrradhelm entwickeln. Zudem sollte er auch in der Innenstadt tragbar sein. Für meine Masterarbeit als Produktdesigner hatte ich mir Alpina Sports als Partner gesucht. Dort erhielt ich hilfreiches Feedback zur Konkretisierung des Konzepts.

Durch was zeichnet sich der Helm aus?

trux-helmDas besondere an dem Fahrradhelm ist, dass alle verwendeten Elemente aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und sich dem Wertstoffkreislauf wieder zuführen lassen, also recyclebar sind. Um dies zu erreichen, ist der Helm komplett in seine Einzelteile zerlegbar. Dadurch ist  der Helm extrem individualisierbar, man kann zum Beispiel die Oberschale nach belieben tauschen, einen Regenschutz oder Visier anbringen oder Licht…

Weil viele Helmnutzer gar nicht wissen, ob ihr Helm sie überhaupt noch schützt sind an der Oberfläche kleine Kapseln angebracht, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Flüssigkeit soll nach entsprechender Zeit oder bei einem zu starken Schlag austreten und so im Prinzip „bluten“ und dem Nutzer signalisieren, dass der Helm ausgetauscht werden muss.

Innovativ ist auch der Verlauf des Gurtsystems, welches verhindert, dass der Helm dem Fahrer nach hinten rutscht. Dadurch wird der Schutz der Stirn gewährleistet. Durch die Stirnhöhlen stellt diese einen sehr empfindlichen Teil des Kopfes dar.

Aus welchem Hintergrund benötigt die Welt recyclebare Fahrradhelme?

Viele Rohstoffquellen auf unserem Planeten sind endlich und die Müll-Berge sind groß genug, die täglich anfallen. Das Konzept sollte deshalb mit regenerativen Rohstoffen realisiert werden um so das Bewusstsein für die Materialien und deren Herkunft zu stärken.

Wie sicher ist das Material Kork? Das Material ist aktuell nicht verbreiten in der Helmherstellung. Welche Vorteile besitzt Kork?

torux-helmEs gibt bereits Konzepte mit Korkhelmen, z.B. von Lacoste. Je nach Anforderung ist Kork durch die Korngrößen, die Komprimierung und die Bindemittel von den Eigenschaften her relativ gut einzustellen. Wie das Material also konkret aussieht muss vor der Herstellung noch geprüft werden.

Wenn man Korkgranulat bedampft quellen die Poren auf und setzen ein natürliches Bindemittel frei. Im besten Falle könnte man sogar bestehende Formen weiternutzen (Styroporkugeln werden auch bedampft, quellen, verkleben,…).

In welchem Entwicklungsstadium befindet sich der Helm? Ist mit einer Produktion zu rechnen?

Alpina fand das Konzept zwar interessant, doch an die Umsetzung ging es bisher nicht. Für sie war das Gurtkonzept am spannendsten. Ich bin bisher noch nicht an weitere Hersteller herangetreten, wenn jemand sich dem Konzept annehmen würde, bin ich gern bei der Umsetzung und Konkretisierung dabei.

Gibt es weitere Überlegungen bzgl. den Helmen?

Ich bekomme immer öfter positives Feedback zu dem Helm und sogar Kaufanfragen, eine Umsetzung wäre schon das schönste für mich. Dann ist natürlich die Frage nach Add-Ons spannend und nach weiteren Modellvarianten.

Vielen Dank für das Interview und die Beantwortung der Fragen.

Das Interview führte Gordian Krahl

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Rebekka Müller – Kurzvita

  • Abitur 2006 in Bautzen
  • Ausbildung zum Technischem Produktdesigner bei Schwan Stabilo Cosmetics in Nürnberg bis 2009
  • Studium Produktdesign Bachelor und Master für Produktgestaltung HTW Dresden bis 2014
  • Agenturgründung TORUX I Kreativleistung nach Maß in Dresden 2015
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