Du hast ein Fahrradschloss, welches sicher ist? Dann ist es bestimmt auch schwer und unhandlich, oder? Das muss in Zukunft nicht mehr sein. Ein Start-up aus Leipzig revolutioniert gerade die Industrie der Fahrradschlösser. Wir sprachen mit Suse Brand, der Leiterin Produktentwicklung von tex-lock, um mehr über ihre Entwicklung zu erfahren.

1. Wie seid ihr auf die Idee von tex-lock gekommen?

suse-brand-tex-lock-01Die zündende Idee kam von Alexandra. Ich fand sie sofort super, denn was uns verbindet ist, dass wir täglich und leidenschaftlich mit dem Rad unterwegs sind. Mit dem Fahrrad kommt dann natürlich auch die Frage der richtigen Sicherung. Da hat man mittlerweile Carbon-Rahmen und lauter ultraleichte Teile, aber das Schloss kommt immer noch unglaublich schwer daher. Oder es klappert und zerkratzt das geliebte Velo!

In unserer Selbstständigkeit haben Alexandra & ich unterschiedlichste Produktentwicklungen gemacht, die immer mit technischen Textilen zu tun hatten. Unter anderem in der Automobilbranche oder in der Medizin. Daher kennen wir uns ganz gut mit den neusten Materialien aus.

Eine Zeit lang haben wir zusammengearbeitet und irgendwann kam die Frage auf, ob man nicht ein eigenes Produkt auf den Markt bringen könnte. Also haben wir vor drei Jahren den Entschluss gefasst, unsere eigne Vision zu verwirklichen: ein textiles Fahrradschloss, das nicht nur sicher ist, sondern dabei auch leicht ist und sich einfach gut anfühlt.

Zuerst nur nebenbei eine Menge experimentiert und mittlerweile zu 120% im Einsatz für tex—lock.

2. Durch was zeichnet sich tex-lock aus?

Es ist leicht, schön und sicher 🙂

In tex—lock stecken Fasern, die sich auch in der Raumfahrt, der Automobilindustrie oder der Architektur bewährt haben. Wir kombinieren diese in neuer Art & Weise und haben so ein Seil geschaffen, das sowohl feuer- als auch schnittfest ist, Handbrennern und Bolzenschneidern widersteht. Und Zugkräften von mehr als einer Tonne standhält. Das gibt es so noch nicht und ist daher auch weltweit zum Patent angemeldet.

tex-lock_technology_weight_printDas Seil wiegt weniger als 500 Gramm pro Meter. Das gesamte Schloss, je nach Länge unter einem Kilo. Es fühlt sich angenehm weich an und ist von einfarbig bis kunterbunt in jeder erdenklichen Farbkombination herstellbar.

3. Aus welchem Hintergrund benötigt die Welt tex—lock?

Es ist Zeit, den ewig schweren und unhandlichen Fahrradschlössern endlich etwas Neues entgegen zu setzen!

Außerdem, in Zeiten von smart watches etc. ist es absolut spannend, das weitere Entwicklungspotenzial des Seils im Blick zu behalten. Ein smartes Fahrradschloss (mit Alarm oder Sensoren) ist im Grunde nur eine natürliche Entwicklung die mit dem tex—lock möglich ist!

4. In welchem Entwicklungsstadium befindet sich der tex-lock aktuell?

tex-lock_technology_layer-grafic_printAm 05. Februar starten wir eine Crowdfunding Kampagne, bei Kickstarter. Im Moment liegt das Schloss mit Ösen als serienreifer Prototyp vor, die Produktion ist aber noch nicht angelaufen.

Das Crowdfunding soll die finanziellen Mittel zusammentragen, um das tex—lock in Serienproduktion zu bringen, damit es noch 2017 auf den Markt kommt. Wir zählen auf die fahrradbegeisterte und innovationsaffine Community.

Dies ist die erste Gelegenheit, das tex–lock in verschiedenen Längen, Farben und mit verschiedenen Ösengrößen zu bestellen. In dem Zusammenhang entstehen gerade Film- und Fotoaufnahmen und viele Informationen, um das Produkt so gut wie möglich kennenzulernen.

5. Tex-lock ist ein junges Unternehmen. Wie schaffst Du es alles zu managen?

Das ist schon ein Full-Time Job. Zur Zeit sind wir im SpinLab in einem Accelerator Programm, da gibt es viel Input und Unterstützung. Was viel Feingefühl und Hartnäckigkeit verlangt sind die Abstimmungen mit Produzenten, zum Glück alle in Deutschland und natürlich im Team.
Der Weg, von der Machbarkeitsstudie bis zum serienreifen Produkt, war von vielen Herausforderungen geprägt, aber es hat sich immer richtig und sinnvoll angefühlt.

Das lässt uns die Kräfte aufbringen für unser Baby und wir haben Freude daran zu sehen, wie diese Idee jetzt Formen annimmt! Kurzum: man wächst mit seinen Aufgaben.

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Katja Käseberg (Sales Manager), Alexandra Baum (CEO / Founder), Suse Brand (Head of R&D)

6. Was sind die weiteren Ziele von tex-lock?

Fahrradschlösser sind für uns nur eine mögliche Anwendung unserer Technologie.
Wir haben viele Ideen zur Weiterentwicklung und für andere Anwendungen. Zum Beispiel die Sicherung von Outdoorausrüstung, von Booten bis hin zu industriellen Anwendungen.
In zwei Jahren wollen wir die ersten smarten Anwendungen bis zur Serienreife gebracht haben, denn durch die Integration leitfähiger Fasern haben wir einzigartige Möglichkeiten das tex – lock Seil um smarte Funktionen zu erweitern.

7. Wenn Du Frau Merkel wärst, was würdest Du für Radfahrer veranlassen?

tex-lock_application_saddle-mount2_bike_printGrundeinkommen für alle die ihr privates KFZ abschaffen. Ich wäre dabei!
Und Programme zum Ausbau des Fahrradverkehrs und der Sharing-Angeboten, z.B. (Innen-)Städte die nur mit dem Rad befahren werden können.

Vielen Dank für das Interview und die Beantwortung der Fragen.

Das Interview führte Gordian Krahl.

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne: Link

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