Skifahren ist nicht ganz ungefährlich – das musste sogar unser Tim in diesem Jahr erfahren. In der vergangenen Wintersaison 2015/2016 wurden nach Angaben der Stiftung Sicherheit im Skisport über 41.000 Skifahrer verletzt (Studie).

Darunter fallen alle Wintersportler, die nach einem Skiunfall von einem Arzt behandelt werden mussten. Um gesund aus dem Skiurlaub zurückzukehren, ist es also wichtig, die FIS-Regeln zu kennen, auf andere Skifahrer und Snowboarder Rücksicht zu nehmen und zum Schutz des Kopfes einen Helm zu tragen. Im Fall der Fälle kann der Skihelm sogar Leben retten. Wir zeigen Ihnen, worauf man beim Kauf achten sollte.

SKIHELM – GRUNDAUSSTATTUNG AUF DER SKIPISTE

Mittlerweile ist der Skihelm aus den Skigebieten nicht mehr wegzudenken. Nicht nur Kinder, auch die meisten Erwachsenen fahren mittlerweile mit Helm. Grund sind häufig prominente Opfer, die das Bewusstsein für diesen Schutz gestärkt haben. In manchen Skiorten gibt es zumindest für Kinder eine Skihelmpflicht und wieder andere denken zumindest über ähnliche Maßnahmen nach. Der Helm gehört also zur Grundausstattung eines jeden Skifahrers und Snowboarders. Schließlich sorgt er für mehr Sicherheit auf der Skipiste.

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Slokker Bakka mit Visier

Skihelm – Pflicht für Kinder in Österreich

Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr müssen beim Befahren von Skipisten im Rahmen der Wintersportausübung einen handelsüblichen Wintersporthelm tragen. Die Erziehungsberechtigten und Aufsichtspersonen haben für die Einhaltung dieser Verpflichtung im Rahmen ihrer Möglichkeiten Sorge zu tragen. Der Kopfschutz ist auch beim Fahren mit anderen Wintersportgeräten wie zum Beispiel Skibobs oder Rodeln auf präparierten Pisten zu tragen.

Die Helmpflicht gilt nur in folgenden Bundesländern: SalzburgerLand, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich, Kärnten, Burgenland und Wien.

In den Bundesländern Tirol und Vorarlberg gibt es derzeit keine gesetzliche Regelung. In Vorarlberg wurde lediglich eine öffentliche Empfehlung für das Tragen von Skihelmen ausgesprochen.

Kontrollen der Helmpflicht hat die Politik im Gesetz nicht vorgesehen. Es wird auch keine Strafe für die Erziehungsberechtigten geben, wenn das Kind keinen Helm trägt. Es soll nur bewusst gemacht werden, wie gefährlich das Skifahren oder Snowboarden ohne Helm für Kinder sein kann.

Bei Verstoß gegen die Helmpflicht könnte es jedoch im Falle eines Unfalls zu Problemen mit der Versicherung kommen, welche sich weigern könnte, die Unfallkosten zu übernehmen.

Sinnvoll wäre es aber auf jeden Fall seine Kinder mit einem Helm auszustatten (kann auch bei allen Skiverleihs bzw. Skischulen kostenlos/kostengünstig ausgeliehen werden), da die meisten Skiunfällen schwere Kopfverletzungen nach sich ziehen – mit Helm kann das Risiko einer schweren Kopfverletzung verringert werden.

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Kinderhelm Slokker mit Visier

Skihelm – Pflicht in der Schweiz

Die Schweizer sprechen sich gegen eine Helmpflicht aus, unternehmen aber erfolgreiche Aufklärungskampagnen, wie die der Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva, um auf die Gefahren beim Skifahren hinzuweisen. Damit sind sie sehr erfolgreich. Die Tragequote von Helmen ist in der Schweiz die europaweit höchste. Man sieht kaum jemanden ohne Helm auf den Schweizer Pisten.

Skihelm – Pflicht in Deutschland

In Deutschland besteht keine Helmpflicht. Dennoch klären der Deutsche Ski Verband und der Deutsche Skilehrer Verband mit Nachdruck die Skifahrer über den Sinn von Helmen auf. Die Deutschen sind zumindest überzeugt und greifen freiwillig zum Helm. Seit 2009 nimmt der Anteil der Helmträger auf der Piste stätig zu.

Skihelm – UNTERTEILUNG IN SCHUTZKLASSE A UND B

Skihelme werden in zwei Schutzklassen unterteilt – A und B.

Die Helme der Schutzklasse A, wie sie bei Skirennen eingesetzt werden, schützten Wintersportler sehr umfangreich . Die Schale ist meist härter, robuster und hält selbst spitzen Gegenständen wie Skistöcken stand. Außerdem werden bei diesen Modellen sowohl die Ohren als auch die Schläfen zuverlässig abgedeckt. Der erhöhte Schutz geht allerdings zulasten der Belüftung und auch die Akustik wird schlechter.

Unter die Klasse B fallen leichtere, besser belüftete Modelle. Diese Helme zeichnen sich dadurch aus, dass zwar der Kopf an sich durch eine Hartschale geschützt ist, es aber im Bereich der Ohren zum Beispiel nur Polster gibt.

Merkmal Klasse A – Hochleistungs-Schutzhelm
für alpine Skiläufer und Snowboardfahrer
Klasse B – Helm für
alpine Skiläufer und Snowboarder
Abdeckung Neben der Oberseite des Kopfes der Helm auch die Ohren und Seiten des Kopfes abdecken. Es muss nur die Oberseite des Kopfes abgedeckt sein. Die Ohren können frei bleiben.
Stoßdämpfungsprüfung Bei einem Aufprall aus 3 m Höhe darf maximal eine gewisse Menge an Energie aufgenommen werden. Bei einem Aufprall aus 1,5 m Höhe darf maximal eine gewisse Menge an Energie aufgenommen werden.
Durchdringungsprüfung Bei einem Aufprall aus einer Höhe von 75 cm auf einen spitzen Gegenstand darf die Hülle nicht durchstoßen werden. Bei einem Aufprall aus einer Höhe von 37,5 cm auf einen spitzen Gegenstand darf die Hülle nicht durchstoßen werden.

 

Skihelm – Hartschale oder In-Mold-Konstruktion?

Prinzipiell gibt es in der Bauweise die Unterscheidung zwischen Hartschalen-Helmen und der In-Mold-Konstruktion. Erstere zeichnen sich durch eine extrem harte, etwa 2-cm-starke, robuste Außenschicht aus. Darunter liegt eine stoßabsorbierende Schicht aus zu einer Platte gepressten Schaumstoffkügelchen. Dadurch, dass die beiden Materialien nicht direkt verbunden sind, ist Platz für ein integriertes Belüftungssystem. Bei der In-Mold-Technologie hingegen ist die dünne, harte Außenschale direkt mit dem stoßfesten Dämm-Material verbunden. Letztere Konstruktion ist viel leichter. Insgesamt werden durch die Zwei-Schalen-Konstruktion der Helmtypen die Stürze noch besser gedämpft und der Kopf noch besser geschützt.

Skihelm – Kombination aus Hartschale und In-Mold

Ein Mix aus Hartschale und In-Mold ist die sogenannte Hybrid-Konstruktion. Im oberen Bereich schützt somit die robuste Hartschale vor harten Schlägen, während weiter unten die In-Mold-Technologie für mehr Komfort beim Tragen sorgt. Die Innenschale dämpft dabei die Schläge, die beim Aufprall entstehen, gut ab und hält gleichzeitig zuverlässig warm. Dadurch punktet der Skihelm beim Skifahren mit höchster Schutzfunktion, ist dabei aber leichter und luftiger.

Skihelm – Passen muss er

Egal, ob Schutzkategorie A oder B, ob Hartschale, In-Mold oder Hybrid, entscheiden für die Sicherheit ist die perfekte Passform. Deswegen ist es unbedingt erforderlich, den Skihelm nach dem kauf anzuprobieren. Als Faustregel kann gelten, dass der Helm bei geöffnetem Kinnverschluss nicht wackeln darf. Zur Probe sollte er auch bei ein paar schnellen Kopfbewegungen wie angegossen sitzen und nicht verrutschen. Zu eng darf der Skihelm selbstverständlich auch nicht sein, denn das kann zu Kopfschmerzen führen. Wenn der Helm gut sitzt, muss nur noch die Skibrille so gekauft werden, dass sie bündig abschließt und gut integriert werden kann. Bei einem Skihelm mit Visier ist die Brille bereits integriert.

Skihelm mit Visier kaufen

Quelle:

https://www.snowplaza.de/weblog/9675-skihelm-ratgeber-tipps-kopfschutz/
https://www.ski-online.de/stiftung-sicherheit/projekte/detail/asu-unfallanalyse.html
http://www.austria.info/de/service-fakten/praktische-hinweise/skihelmpflicht-in-osterreich

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