Wir freuen uns immer wieder, wenn begeisterte Radfahrer uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Diesmal war es Klaus, der seinen Erfahrungsbericht zum Fahrradhelm LIVALL BH60 zur Verfügung stellt.

Erfahrungsbericht Fahrradhelm LIVALL BH60

Der LIVALL BH60 Fahrradhelm ist äußerlich ein Fahrradhelm, wie (fast) jeder andere.

Jedoch hat er eine Eigenschaft, die mich neugierig gemacht hat: Er hat zwei integrierte Lautsprecher, die über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden können.

 

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Abbildung 1 – Helm innen

Auf der Rückseite des BH60 befinden sich rote Lauflichter, die als Rücklicht dienen. Rechts und links am Helm, unterhalb der Lauflichter, ist je eine dreier Lichterkette, die einen Richtungsanzeiger bilden und über das Bedienelement am Fahrradlenker gesteuert werden.

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Abbildung 2 – Helm Rückseite

Ebenso ist die Annahme von Telefonanrufen, das Musikhören und das Auslösen der Smartphonekamera über das Bedienteil am Lenker möglich. Details hierzu sind in der recht klein geschriebenen Bedienungsanleitung zu lesen.

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Abbildung 3 – Bedienteil am Lenker

Der Schwerpunkt dieses Erfahrungsberichts liegt auf den integrierten Lautsprechern in Interaktion mit einer Navigations-App auf meinem Smartphone.

Ich fahre ein Kalkhoff Integrale I10 Pedelec. Das festmontierte Display kann über Bluetooth mit der Navigationsapp Impulse verbunden werden, sodass eine einfache Pfeilnavigation auf dem Fahrraddisplay angezeigt wird. Die sprachlichen Navigationshinweise werden standardmäßig über den Lautsprecher des verbundenen Smartphones ausgegeben. Und genau hier wird der LIVALL BH60 mit seinen integrierten Lautsprechern interessant.

Oft ist die Stimme aus dem Smartphone aufgrund der Nebengeräusche oder der Position des Smartphones (in der Rückentasche der Fahrradjacke oder in einer Fahrradtasche am Gepäckträger usw.) nicht oder nur schlecht zu verstehen.

Der LIVALL BH60 lässt sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Das heißt, die Sprachansage der Navigation kommt direkt auf, genauer über, die Ohren. So die Theorie.

Um dieses Feature zu testen wurde mir der LIVALL BH60 von http://www.helmheld.de/ kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Testgegenstand:

  • Fahrradhelm LIVALL BH60

Testumgebung:

  • Kalkhoff Integrale I10 Pedelec mit Impulse Evo Smart Display
  • Smartphone IPhone 6splus
  • IOS-App Impulse (E-Bike Navigation)

Testszenario:

  • In Verbindung mit einer Navigationssoftware (s. Testumgebung) die Verständlichkeit der Ansage aus den integrierten Lautsprechern im Alltagsbetrieb testen.

Teststrecke:

  • Gewählt wurde eine Teststrecke von ca. 45 km Länge, die über
    innerstädtische Straßen, Dorfstraßen, Bundes-, Land- und
    Kreisstraßen, sowie über landwirtschaftliche und Waldwege
    führte. Ziel ist die Vollrather Höhe an der B59 bei Grevenbroich                                      gelegen.
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Abbildung 4 – ungefähre Teststrecke

Testverlauf:

  1. Abfahrt
    Die Verbindung zwischen dem Smartphone und dem Fahrraddisplay lässt sich problemlos herstellen. Die Navigation und Sprachausgabe ausschließlich über das Smartphone wurde im Vorfeld schon öfter praktiziert.
    Der LIVALL BH60 und das Smartphone ließen sich ebenso problemlos verbinden. In der Bedienungsanleitung ist die Vorgehensweise beschrieben. Das Handbuch hat ein sehr kompaktes Format und die Schriftgröße ist klein. Praktischer ist es, die Ersteinrichtung am heimischen Computer vorzunehmen und sich das Manual als PDF herunterzuladen, dann stehen Zoomstufen zur Vergrößerung der Ansicht bereit.
    Die Rückmeldung erfolgt durch eine kurze Ansage über die Lautsprecher des Helms. Die Sprachausgabe erfolgt ausschließlich in Englisch oder Chinesisch. Voreingestellt ist Englisch. Die fehlende deutsche Sprachausgabe stellt bei den wenigen Meldungen (Power on/off, Connected/Disconnected, Low Battery Please charge) kein sprachliches Hindernis dar. Die Sprache der Navigationssoftware ist abhängig von der eingestellten Sprache in der Navi-App.
    Die Lautstärke wird ausschließlich am Helm eingestellt (siehe Abbildung 1).
  2. Die ersten Meter
    Die Sprachanweisungen zur Navigation kommen klar und deutlich aus den Lautsprechern des Helms.
  3. Die erste Ampel und Fahrt parallel zur Hauptverkehrsstraße
    An der ersten Ampel, an der ich rechts abbiegen muss, steht neben mir ein Fahrzeug mit offenem Fenster und lauter Musik.  Ich muss mich sehr auf die Sprachausgabe konzentrieren um sie trotz der lauten Nebengeräusche zu verstehen.  Eine Erhöhung der Lautstärke ist angebracht. Dazu muss ich blind die Tasten unter der Stirnseite des Helms bedienen (siehe Abbildung 1). Es erfordert filigrane Fingerspitzen, zumal ich mit Handschuhen fahre. Eine Veränderung der Lautstärke über die Steuerung am Lenker (siehe Abbildung 3) ist nicht möglich, wäre aber durchaus angebracht.
    Nach der Erhöhung der Lautstärke gibt es keine Verstehschwierigkeiten mehr. Auch bei der Fahrt parallel zu einer vielbefahrenen Kreisstraße sind die Sprachanweisungen gut zu verstehen.
    Zu beachten ist, dass die Lautstärke auch abhängig ist von der gewählten Lautstärke am Smartphone. Ratsam ist hier, die Lautstärke am Smartphone hoch einzustellen und die Feinjustierung über die Lautstärkeregler am Helm vorzunehmen.
  4. Fahrt über landwirtschaftliche und Waldwege
    Da es sich um eine eher ruhige Umgebung handelt, stellt sie keine besonderen Erfordernisse an die Lautsprecher. Bei vorherrschender Umgebungsstille wäre eine einfache Anpassung der Lautstärke an die Umgebung (siehe 3. Die erste Ampel …) wünschenswert.
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Abbildung 5 – Feldweg im Hintergrund die Vollrather Höhe
  1. Auf- und Abfahrt Vollrather Höhe
    Trotz „Schnaufens“ den Berg rauf konnte ich die Ansagen gut verstehen.
    Anders verhielt es sich bei der Abfahrt. Bei einer Geschwindigkeit größer 40 km/h und den dadurch entstehenden Windgeräuschen sank die Verständlichkeit der Ansage. Unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit stellt Wind eine Herausforderung an die Lautsprecher dar. Gefühlt fängt sich der (Fahrt-) Wind unter dem Helm und die Verständlichkeit der Sprachausgabe wird beeinträchtigt. Eine Erhöhung der Lautstärke würde m.E. nur bedingt Abhilfe schaffen. Bei den gefahrenen Geschwindigkeiten halte ich es zudem für gefährlich die Hand vom Lenker zu nehmen, um die Lautstärkeregler am Helm zu bedienen.

 

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Abbildung 6 – auf dem „Gipfel“ – Vollrather Höhe
  1. Rückfahrt zum Startpunkt
    Die Rückfahrt zum Startpunkt beinhaltete das Streckenprofil der Hinfahrt. Die Streckenführung variierte. Aufgefallen ist mir, dass die Lautsprecher den Schall scheinbar nicht nach außen tragen. Stand ich an einer Ampel, an einer Wegkreuzung neben Fußgängern oder anderen Fahrradfahren, so hatte ich den Eindruck, dass sie die Sprachanweisungen nicht hörten. Keine suchenden oder neugierigen Blicke, wer denn da gesprochen hat.

Fazit zum LIVALL BH60

In diesem Erfahrungsbericht liegt der Schwerpunkt auf die Qualität der Sprachausgabe während einer Fahrt, auf einer Strecke die regelmäßig zu Trainingszwecken gefahren wird. Die Qualität des Schutzes bei einem Sturz kann ich nicht bewerten. Aus meiner Sicht ist der LIVALL BH60 sehr gut geeignet die Navigationsanweisungen direkt auf das bzw. über dem Ohr des Fahrers zu bringen. Die Sprachanweisungen kommen klar und gut verständlich aus den Lautsprechern. Da ich sehr oft mit Navigation fahre, ist er für meine Erfordernisse optimal. Ein großer Vorteil ist, dass die Ohren frei bleiben. Im Gegensatz zur Benutzung von Ohrhörern werden Umgebungsgeräusche ohne wesentliche Einschränkungen wahrgenommen. Freie Ohren sind meines Erachtens auch ein Gewinn an Sicherheit.

Das gefällt mir

✅     die gute Passform und die Innenpolsterung

✅     der Tragekomfort

✅     die integrierten gut hörbaren Lautsprecher

✅     die Lange Laufzeit des Helmakkus

Das gefällt mir weniger

⛔     die späte Ansage, dass der Akku bald leer ist. Die Restlaufzeit hielt nicht bis nach
Hause, obwohl es nur noch 25km waren.

⛔     die fehlende Ladezustandsanzeige des Akkus.

Das wünsche ich mir

🔵     dass die Lautstärke auch über das Bedienteil am Lenker verändert werden kann.

geschrieben von Klaus Stinnertz am 09. Juli 2017

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